Geschichten

NPO Summit: Kommunikation für den guten Zweck

NPO Communication Summit 2018

Dr. Günther Lutschinger und unser GF Mag. Florian Laszlo

Bereits zum zweiten Mal veranstaltete der Fundraising Verband Austria den NPO Communication Summit. Dieses Jahr widmete sich die Fachveranstaltung unter dem Motto „The Next Big Thing“? – in Kooperation mit Stifter-helfen.at – der Frage, wie die Digitalisierung klassische Kommunikationsparadigmen verändert und welche Auswirkungen dies auf die Öffentlichkeitsarbeit von NGOs hat. Das Thema wurde von Experten aus Wissenschaft und Praxis von unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Anschließend wurden den Besuchern praktische Kompetenzen für ihren Kommunikationsalltag in spannenden Workshops näher gebracht.

Als Medienpartner war das O.VATION Magazin vor Ort und hat Andrea Köhler-Ludescher (Kommunikationsexpertin), Thilo Hagendorff (Dozent und Wissenschaftler an der Universität Tübingen) und Fritz Jergitsch (Gründer von „dietagespresse.com“) zum Interview getroffen.

Andrea Köhler-Ludescher

Die Kommunikationsexpertin Andrea Köhler-Ludescher befasst sich als Change Beraterin und Business Coach bereits seit vielen Jahren mit dem Phänomen der zwischenmenschlichen Kommunikation. Stark geprägt und inspiriert haben sie dabei die Arbeiten von ihrem Großonkel, dem renommierten österreichischen Kommunikationswissenschaftler und Psychotherapeuten Paul Watzlawick. Die berühmten von ihm formulierten 5 Axiome der Kommunikation gehören nach wie vor zum Pflichtprogramm an publizistischen Hochschulstudiengängen und haben bis heute ihre Gültigkeit bewahrt. Köhler-Ludescher ist überzeugt, dass es vor allem in Zeiten der Digitalisierung sinnvoll ist, diese Gesetze erneut zu reflektieren und ihre Bedeutung hinsichtlich der Kommunikation in sozialen Medien zu überprüfen:

Auch wenn sich Menschen neuer Kommunikationskanäle bedienen, so sind die Muster der zwischenmenschlichen Kommunikation immer noch die gleichen.

Thilo Hagendorff

 

Zweiter Vortragender des Vormittags war Thilo Hagendorff von der Universität Tübingen. Der promovierte Sozialwissenschaftler untersucht in seiner Forschung unter anderem die Anwendungsmöglichkeiten von Virtual-Reality-Datenbrillen in der Unternehmenskommunikation.
Für Hagendorff sind VR-Brillen ein besonders wirkungsvolles Medium, um Menschen für bestimmte Themen auf einer emotionalen Ebene zu sensibilisieren. VR-Inhalte ermöglichen es dem Rezipienten in das Geschehen regelrecht einzutauchen und Eindrücke zu erleben, die ihm sonst nicht zugänglich wären. Diese Immersion können NGOs nutzen, um Themen wie Menschenrechte, Umweltschutz oder Tierschutz besonders eindrucksvoll zu kommunizieren. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der jeweilige Empfänger zuvor noch wenige oder gar keine Erfahrungen mit Virtual Reality hatte.

Durch ihre realistische Perspektivübernahme werden VR-Datenbrillen zu Empathiemaschinen. Je realer die virtuelle Realität wird, desto weniger virtuell wird sie.

Fritz Jergitsch

Der dritte Interviewpartner und Speaker am NPO Communication Summit war Fritz Jergitsch, Gründer des beliebten Satiremediums „die Tagespresse“. In seinem unterhaltsamen Vortrag widmete er sich der Frage, wie die Verbreitung von Fake News funktioniert. Er hinterfragt ob diese tatsächlich das öffentliche Meinungsbild in einer Demokratie ernsthaft bedrohen können.
Verantwortlich für die Verbreitung von Falschmeldungen im Internet sind laut Jergitsch vor allem drei Faktoren: Die geringe Aufmerksamkeitsspanne vieler User, der emotionale Charakter von Falschmeldungen und zudem die geringe Bereitschaft, Fakten zu überprüfen. Als Paradebeispiel für die Popularität von Fake News gilt der US-Wahlkampf 2016. Und wie sieht die Situation in Österreich aus?

Aufgrund unserer überschaubaren Größe ist es schwieriger, dass falsche Realitäten aufrechterhalten bleiben. Gewisse Geschichten entlarven sich schneller als Falschmeldungen, weil die Echokammern nicht so groß sind, in denen sich die einzelnen Agitatoren aufhalten.