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Wenn Tweets Aktienkurse beeinflussen

Steuervermeider Amazon

Dass Twitter und seine Tweets mehr Macht haben, als wir uns manchmal erträumen, wurde durch einen Tweet des US-Präsidenten Trump am Mittwoch wieder einmal klar. Nachdem er im Jänner Firmen wie Toyota und davor Boeing auf der Pike hatte, wetterte er gegen den Steuervermeider Amazon. Die Firma, die er bereits früher als „steuerfreies Monopol“ bezeichnete und die hierzulande zumindest den Buchhandel extrem beeinträchtigt hat, ist bekannt dafür, dass sie sowenig Steuern wie möglich zahlt. Die Folge des „Amazon fügt steuerzahlenden Einzelhändlern überall in den USA großen Schaden zu – viele Jobs gehen verloren!“-Sagers war ein Einbruch der Amazon-Aktie um 5 Milliarden USD.

Auch Äußerungen von Tesla-Chef Elon Musk und anderen Industriegrößen haben bereits Aktienkurse beeinflusst. Und der US-Präsident ist natürlich auch nicht irgendwer. Dennoch ist es erstaunlich, dass mit wenigen Worten Geld vernichtet werden kann und Märkte bewegt werden. Es geht sogar soweit, dass gehandelt wird, wenn Trump twittert, sagt man. Die Wall Street ist notorisch schweigsam, wenn es um die Handelstaktiken geht. Aber angeblich gibt es sogar Algorithmen, die seine Tweets sofort in Handlungen umsetzen und bestimmte Aktien verkaufen oder kaufen. Für Langzeitanleger sind solche Schwankungen jedoch weniger von Bedeutung. All dies betrifft größtenteils das Tagesgeschäft und den täglichen Aktienhandel. Dafür gibt es sogar Apps wie IFTTT oder Triggerfinance, die sofort einen Tweetshinweis schicken.

Twitter das Orakel

Dass Twitter Aktienkurse beeinflussen und sogar vorhersagen kann, ist bereits bekannt. Es werden Tweets auf bestimmte Stichworte wie Firmennamen und damit verwandte Inhalte geprüft. Ein genau bestimmtes  Tweetvolumen, sowie wie das Gezwitschere zueinander steht, und als Ergebnis lässt sich Twitter als Art Orakel verwenden. Die Vorhersagen reichen von Aktienkurs bis hin zur Menge der gehandelten Papiere. Dies fanden Forscher der Universität Kalifornien bereits 2012 in Versuchen heraus. Sie bestimmten, dass Twitter 11 % mehr Genauigkeit als andere Modelle liefert. Allerdings ist das Twitterorakel wie das klassische griechische Orakel auch launisch. Es hat einige Schwächen: zum Beispiel produziert es nicht die gleichen Ergebnisse wenn der DOW-Index fällt bzw. steigt.