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Florian Laszlo auf dem K-Tag: Die Grenzen der künstlichen Intelligenz

Florian Laszlo künstliche Intelligenz

Die Grenzen der künstlichen Intelligenz: Im Rahmen des diesjährigen #ktags 2019 des PRVA hielt »OBSERVER«-Geschäftsführer Florian Laszlo einen Vortrag zum Thema: AI und der menschliche Faktor – Artificial Intelligence im Kommunikationsalltag – ein Praxistest aus der Media Intelligence

AI oder KI, die künstliche Intelligenz, hält seit geraumer Zeit Einzug in viele Bereiche unseres Lebens. In der Praxis stößt die künstliche Intelligenz jedoch oft an ihre Grenzen. Das liegt zum einen daran, dass es sich weniger um „Intelligenz“ handelt, sondern um tiefgehendes Lernen – Deep Learning. In diesem wird in Daten/Ereignissen nach Mustern gesucht. Dafür benötigt man eine sehr hohe Anzahl von Trainingsdaten, die auch zum jeweiligen Ziel der Auswertung gut passen müssen.

Während der Mensch 10.000 Wiederholungen braucht, um eine Tätigkeit perfekt zu beherrschen, sind für die Maschine 100.000 und sogar 100.000.000 Datensätze nötig. Dem Pareto-Prinzip folgend, sind die ersten 80 % Präzision beim Ergebnis mit nur 20 % des Aufwandes. Somit ist das ein Ergebnis, das KI-Tools relativ schnell erreichen. Das Problem, vor dem auch Start-ups dann schnell stehen, ist, dass für die Erwartung des Marktes die 80 % nicht genügen. Das Ergebnis also noch keinen wirtschaftlichen Wert hat. Die restlichen 20 % an Präzision zu erreichen, kostet aber 80 % des Aufwandes. Dort endet dann mitunter die Wirtschaftlichkeit und es ist günstiger, gleich den Menschen die Arbeit „zu Fuß“ machen zu lassen.

Künstliche Intelligenz in der Kommunikation

In der Kommunikation gelten beide Einschränkungen der künstlichen Intelligenz ganz besonders. Zum einen gibt es in der Kommunikation nicht oft so statisch gleich bleibende Vorgänge, dass sich einfach ein Muster bilden würde, das problemlos trainierbar ist. Wenn ich vorher 100.000 Artikel über ein Ereignis „lernen“ muss, um dann die weiteren richtig zu erkennen, schaffe ich bei den meisten Themen die erste Hürde schon nicht. Die zweite Hürde ist die Präzision. Wenn die Erwartung des Kunden bei jenseits der 95 % Trefferquote liegt, wird er lange nicht bereit sein für die 85 oder 90 % entsprechend Geld zu bezahlen. Damit schaffe ich die Schere zwischen Vorabinvest-Aufwand und möglichem Ertrag nicht.

Wer in der Kommunikationsbranche tätig ist, muss sich also nicht vor der künstlichen Intelligenz fürchten, sondern sollte sich auf die Bereiche spezialisieren, in denen mehr als 80 % Präzision gefragt sind. Dort ist die Kundenerwartung derart gestaltet, dass die KI-Angreifer nicht leicht und gleich Erfolge feiern werden. Ebenso wichtig ist es, die Erwartung der Kunden zu beeinflussen. Wenn sich der Kunde einmal daran gewöhnt hat, dass 80 % der Standard sind, wird die Zahlungsbereitschaft für die restlichen 20 % erlahmen.

Somit muss man sich nicht fürchten, aber den KI-Gegner kennen und mit ihm arbeiten. So wie OBSERVER es in der Media Intelligence tut. Wir wissen, was der Mensch besser kann und was die KI besser kann und setzen sie im Team entsprechend ein.

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