Geschichten

European Communication Summit: Zurück zum Menschen

European Communication summit 2018

Kommunikationsprofis aus ganz Europa trafen sich Mitte Juni zum European Communication Summit 2018. Nach zehn Jahren in der Europametropole Brüssel wurde der von der EACD veranstaltete Kongress dieses Jahr erstmals in der deutschen Bundeshauptstadt Berlin veranstaltet.

Kommunikation im Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine

Im Mittelpunkt des Kongresses stand das Thema Transformation und wie sich professionelle Kommunikation verändern muss. Die Eröffnungs-Keynote des weltweit ersten Human-Cyborg-Artists Neil Harbisson konnte kaum passender gewählt sein. Der britische Avantgarde-Künstler ist seit seiner Kindheit farbenblind. Um trotzdem Farben wahrnehmen zu können, hat sich Harbisson eine Antenne in seinen Hinterkopf implantieren lassen. Die an der Antenne angebrachten Sensoren können Farben in Töne umwandeln und ermöglichen Harbisson dadurch diese wahrzunehmen.

ECS European Communication Summit 2018

Das Transformation von menschlicher hin zu künstlicher Intelligenz ist eine Herausforderung, mit welcher sich auch die Kommunikationsbranche konfrontiert sieht. Dieses Spannungsfeld wurde in zahlreichen hochkarätigen Vorträgen und Gesprächsrunden auf dem European Communication Summit diskutiert. Eine zentrale Erkenntnis der Fachbeiträge war es, dass der Mensch wieder in den Mittelpunkt der Kommunikation rücken muss. In Zeiten von Fake News und Alternative Facts ist die Wiederherstellung von Vertrauen daher eine wichtige Voraussetzung, um diese Ziel zu erreichen. Nur auf Basis von Vertrauen kann die Reputation geschützt und Marke und Mensch somit wieder zusammengebracht werden.

Vertrauen ist gut, Media Intelligence ist besser

Um das Vertrauen in eine Marke sicherzustellen und ihre Reputation zu schützen, müssen die verantwortlichen Profis in der Öffentlichkeitsarbeit bei Unternehmen und in PR-Agenturen daher wissen, was über eine Marke sowohl gesprochen als auch geschrieben wird. Media Intelligence bietet die Möglichkeit, nicht nur einen täglichen Pressespiegel zu erhalten, sondern auch die Medienresonanz zu analysieren, die dadurch für strategische Entscheidungen nutzbar ist.


In welchem Umfang das geschieht untersuchte Dr. Ansgar Zerfaß von der Universität Leipzig und sein Forschungsteam im Rahmen des European Communication Monitors 2018. Die Ergebnisse wurden anschließend beim European Communication Summit präsentiert. Dabei kamen die Wissenschaftler zu der Erkenntnis, dass bereits heute 75% aller Entscheidungsträger in Unternehmen regelmäßige Reportings erhalten, die auf Basis einer  Medienbeobachtung erstellt werden.  Luft nach oben gibt es dennoch nach wie vor bei Hintergrund-Reports zu relevanten Themen, Stakeholdern und Mitbewerbern.

 

Österreicherin für Nachwuchspreis nominiert

European Communication Congress Berlin 2018

Im Rahmen des European Communication Summit wurde der Young Communicators Award verliehen. Die Auszeichnung richtet sich an Newcomer aus der PR-Branche und zeichnet diese folglich für besondere Leistungen in der Kommunikation aus. Unter den nominierten bafand sich dieses Jahr die Österreicherin Amani Abdalla, Expertin für digitale Kommunikation bei der Telekom Austria. Die drei Kandidatinnen auf der Shortlist pitchten live vor dem Publikum, welches mit tosendem Apllaus somit auch für die finale Abstimmung sorgte. Der knappe, aber verdiente Sieg ging an die Belgierin Claire Georges für eine hochgelobte Kampagne für Europol.

 

Hoffnung auf eine neue Generation

Zum Abschluss des zweitägigen Kongresses fesselte die Autorin Chloe Combi noch einmal das Fachpublikum. Die Britin sorgte mit Ihrem Buch „Generation Z“ für Aufsehen. In Ihrer Keynote auf dem European Communication Summit betonte Combi, dass es unbedingt notwendig sei, sich mit der heranwachsenden Generation auseinanderzusetzen und diese ernst zu nehmen. Nur so können wir eine Idee davon entwickeln, wie Kommunikation in Zukunft funktionieren wird.

 

Text: Simon Gebauer

Fotocredits: © EACD