Geschichten

Das war die Influencer Marketing Conference

Foto von SM:ILe Communication

YouTuber, Instagramer, Blogger – es scheint, als gäbe es im Marketing kein Vorbeikommen mehr an den digitalen Meinungsführern. Immer mehr Unternehmen setzten auf Influencer Marketing, um ihre Produkte und Dienstleistungen ihren Zielgruppen näher zu bringen. Dennoch herrscht teilweise noch Unsicherheit über den richtigen Einsatz und die Planung von Influencer-Kampagnen sowie über die generelle Zusammenarbeit mit den Social-Media-Stars.
Schlechtes Influencer Marketing wirkt nicht nur unglaubwürdig, sondern kann im schlimmsten Fall einer Marke auch schaden und sie ins Lächerliche ziehen.

In Wien fand erstmalig die Influencer Marketing Conference statt. In der eintägigen Fachveranstaltung widmeten sich Branchenexperten und Influencer den Einsatzmöglichkeiten und neuesten Trends. O.VATION war vor Ort, um sich ein Bild von den Entwicklungen in diesem noch sehr jungen Marketingbereich zu machen.

Influencer Marketing: Top oder Flop?

Der Online-Marketing-Experte, Unternehmensberater und Fachautor Erwin Lammenett eröffnete den Vortragsvormittag mit einer Präsentation über den Status Quo des Influencer Marketings.

Influencer Marketing per se ist kein neues Phänomen. Das Grundprinzip dieser Marketingmethode – Dritte dazu zu bewegen, sich positiv über eine Marke zu äußern – wurde bereits vor der Erfindung des Internets erfolgreich eingesetzt. Doch wie so vieles, bekommen bestimmte alte Techniken mit der Zeit wieder neue Bezeichnungen.

Angesichts der Versprechung, dass mit Influencer Marketing Zielgruppen effektiv ohne Streuverluste angesprochen werden könnten, entstand ein ziemlicher Hype um das Thema. Diese anfängliche Euphorie schwenkte jedoch zunehmend in Misstrauen über, denn manche Influencer kassieren Medienberichten zufolge mittlerweile bis zu 10.000 € pro Posting. Teilweise wird sogar von einem baldigen Platzen der Blase gesprochen.

Kein Wunder, das viele Marketingverantwortliche verunsichert sind, inwieweit Influencer Marketing sinnvoll ist und ob sich der finanzielle Aufwand überhaupt lohnt.
Pauschal können diese Fragen nicht beantwortet werden, da es immer auf die jeweilige Marke und die angestrebten Ziele ankommt. Eines steht laut Erwin Lammenett jedoch fest:

Gut gemachtes Influencer-Marketing funktioniert – Punkt.

Von der Senfcreme bis zum Skiurlaub 

Für ein anschauliches Best-Practice-Beispiel sorgte der Vortrag von Björn Wenzel, Gründer und Geschäftsführer der Agentur Lucky Shareman. Die Agentur initiierte eine Influencer-Kampagne für die Senfmarke BORN. Gemeinsam mit Food-Bloggern kreierten sie neue Senfsorten. Darüber hinaus war es das Ziel, Aufmerksamkeit für die Marke zu schaffen und BORN von anderen Senfherstellern abzuheben.

Mittels Onlineabstimmung konnten die Follower auf Social Media entscheiden, welche der von den Influencern kreierten Senfcremes sie am besten finden. Schlussendlich machten drei Sorten das Rennen und fanden ihren Weg in die Supermarktregale.

Wie man mit Influencern erfolgreich jüngere Zielgruppen ansprechen kann, zeigt das Wintersportgebiet Ski Amadé. Es lud YouTuber aus der Gaming-Szene auf einen luxuriösen Urlaub in den Bergen ein. In ihren Livestreams und Videos berichteten die Zocker schließlich über das tolle Hotel und ihre Erlebnisse in den Alpen.

Die Sicht der Influencer

Auf der Influencer Marketing Conference kamen nicht nur Marketingverantwortliche, sondern auch Influencer selber zu Wort. Ann-Katrin Schmitz erklärte, was man bei der Zusammenarbeit mit digitalen Meinungsführern beachten sollte.

Die Zeiten, in denen es für Marken gereicht hat, einfach Gratisprodukte an Influencer zu verschicken, sind vorbei.

Ann-Katrin Schmitz geht selber mittlerweile in Gratisprodukten unter. Wöchentlich bekommt sie bis zu 40 Pakete pro Woche.
Erfolgreiche Influencer können es sich heutzutage aussuchen, für welche Marken sie werben. Umso wichtiger ist es daher für Unternehmen, bereits vor der ersten Kontaktaufnahme intensiv zu recherchieren und ein Briefing für den Influencer zu erstellen. Dabei sollte man dem Influencer auch genügend kreativen Freiraum lassen. Einigt man sich noch über die finanzielle Vergütung, steht einer erfolgreichen Kooperation nichts mehr im Wege.