Geschichten

Das menschliche Element in Big Data

Der Weltkongress der Medienbeobachter 2016 fand nur wenige Tage nach der Präsidenten-Wahl in Washington D.C. statt. Die Analyse der politischen Kommunikation war ein wesentlicher Teil der Referate, die genauso wie der Gutteil der anderen Vorträge, die Bedeutung der menschlichen Komponente in der Aufbereitung von Daten, deren Analyse und der Interpretation der Ergebnisse betonten.

Schon seit ihrem Ursprung waren große Datenmengen ein selbstverständlicher Teil der Medienbeobachtung und Analyse. Durch die Digitalisierung sind nicht nur die Datenmengen stark angewachsen, die Möglichkeiten zu deren Analyse sind noch größer geworden. Big Data gab es in dieser Branche schon lange bevor der Begriff zum geflügelten Wort wurde. Aufgrund der langen Erfahrung mit dem Umgang mit großen Datenmengen und auch dem Wissen um die Gefahren dabei und die Grenzen automatisiert regelbasierter Analysen, ist die menschliche Komponente nie verloren gegangen.

Selbst unter den besten Umständen und der hochwertigsten und aufwändigsten automatisierten Analyse, benötigt man spätestens für die Interpretation der Ergebnisse einen Menschen. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass schon bei der Aggregierung der Daten die menschliche Komponente zu einer höheren Präzision führt.

Ein Beispiel: die „Social Analytics“ beim australischen Lichterfest „Vivid Sydney“ halfen einzuschätzen, welche Aussichtspunkte am meisten frequentiert wurden und welche Art von Installation die größte Wirkung entfaltete. Beim dänischen Roskilde Festival wurden sogar die WC-Reinigungsteams durch „Predictive Social Analytics“ und deren humane Interpretation geleitet – noch bevor auf Social Media Klagen über deren Überfüllung kamen. Die Überraschungen der US-Wahl waren auch schon vorher aus den Daten der Medienresonanz und Meinungsforschung auf regionaler Ebene ablesbar, so KayAnn P. Schoeneman von Ketchum. Mangels korrekter Interpretation, wurden aber nicht die richtigen Schlüsse gezogen. Selbst im datenintensiven Feld der Video Analytics, geht es nicht ohne den Menschen, der bei der Einstellung der Analyse-Algorithmen und der Validierung der Ergebnisse präsent sein muss.

Die Königsdisziplin, in der die Medienbeobachter weltweit schon immer nach Exzellenz streben, ist die optimale Verbindung von Technologie und der menschlichen Komponente, um bestmögliche Ergebnisse zu erhalten. Die Fortsetzung folgt beim nächsten FIBEP World Media Intelligence Congress vom 4. zum 6. Oktober 2017 in Berlin.