AMEC veröffentlicht GEO Principles

AMEC veröffentlichte GEO Leitlinien

Beim AMEC Global Summit in Dublin wurden GEO Leitlinien präsentiert, die PR- und Kommunikationsprofis Orientierung bei GEO und KI-Suchsystemen geben sollen.

Wie werden Marken, Unternehmen und Themen künftig sichtbar, wenn klassische Suchergebnisse zunehmend durch KI-generierte Antworten ersetzt werden? Und vor allem: Wie lässt sich diese neue Form digitaler Sichtbarkeit seriös messen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die International Association for the Measurement and Evaluation of Communication (AMEC). Beim diesjährigen AMEC Global Summit in Dublin stellte der internationale Branchenverband jetzt die neuen AMEC GEO Principles sowie den ergänzenden Leitfaden „A Practitioner’s Guide to GEO Measurement“ vor.

Ziel ist es, Kommunikations- und PR-Verantwortlichen einen belastbaren Rahmen für die Bewertung von KI-gestützter Informationssuche, generativer Suche und Large Language Models (LLMs) an die Hand zu geben.

Denn KI-basierte Systeme verändern derzeit grundlegend, wie Informationen gefunden, eingeordnet und wahrgenommen werden. KI-generierte Zusammenfassungen, dialogorientierte Sucherlebnisse und sogenannte „Zero-Click“-Anwendungen entscheiden zunehmend darüber, welche Informationen Nutzer überhaupt sehen – und wie Organisationen, Marken oder gesellschaftliche Themen dargestellt werden.

In diesem Zusammenhang etabliert sich derzeit der Begriff Generative Engine Optimisation (GEO). Er beschreibt, wie sichtbar Unternehmen und Organisationen in KI-generierten Antworten werden und wie sie dort inhaltlich repräsentiert sind.

Mit dem steigenden Interesse wächst jedoch auch die Unsicherheit. Kommunikationsverantwortliche, Agenturen und Unternehmensleitungen suchen nach belastbaren Antworten auf die Frage, wie sich GEO und KI-Ausgaben sinnvoll messen lassen. Gleichzeitig entstehen zahlreiche neue Tools und Kennzahlen – oft mit uneinheitlichen Standards und begrenzter Transparenz.

Genau hier setzen die neuen AMEC-Prinzipien an.

Statt sich auf einzelne Rankings, Sichtbarkeitswerte oder proprietäre Scores zu stützen, verfolgen die GEO Principles einen umfassenderen Bewertungsansatz. Im Mittelpunkt stehen drei miteinander verbundene Ebenen:

  • Reputationssignale im Vorfeld (Upstream Signals): darunter Earned Media, externe Meinungsbeiträge, Bewertungen, Experteninhalte und eigene Kommunikationskanäle.
  • Such- und Content-Readiness: also die Frage, ob die digitale Präsenz einer Organisation glaubwürdig, zugänglich und für Suchmaschinen sowie KI-Systeme strukturell gut interpretierbar ist.
  • KI-generierte Ergebnisse (Downstream Outputs): darunter die Darstellung in KI-Antworten, Zitationen, Framing, sowie potenzielle Reputationsrisiken.

Darüber hinaus definieren die Leitlinien Mindeststandards für nachvollziehbare Messmethoden. Dazu zählen reproduzierbare Prompts, transparente Dokumentation, klare Annahmen und eine saubere Einordnung der Aussagekraft.

Die zentrale Botschaft: KI-generierte Ergebnisse sollten als Indikatoren verstanden werden – nicht als objektive Wahrheit.

James Crawford, Managing Director bei PR Agency One und Mitglied des AMEC Boards, sagt:

Wer in PR und Kommunikation arbeitet, kennt die Diskussionen inzwischen sehr gut: Kunden und Führungsgremien wollen verstehen, wie GEO und LLM-Ausgaben gemessen werden können. Es gibt aktuell viel Innovation – aber auch uneinheitliche Standards, überzogene Versprechen und Kennzahlen, deren Methodik oft nicht ausreichend transparent ist.

Die Prinzipien entstanden in einem mehr als sechsmonatigen internationalen Entwicklungsprozess mit Beteiligung von Agenturen, Kommunikationspraktikern, Wissenschaftlern und Technologieexperten. Zu den zentralen Mitwirkenden gehörten James Crawford von PR Agency One, Mary Elizabeth Germaine von Ketchum, Ben Levine von FleishmanHillard, Matt Oakley von Hotwire Global, Amber Daugherty von Big Valley Marketing sowie Rob Key von Converseon.

Johna Burke, CEO und Global Managing Director von AMEC, betont:

Je stärker KI beeinflusst, was Menschen sehen, wem sie vertrauen und worauf sie reagieren, desto wichtiger werden Transparenz, Nachvollziehbarkeit und belastbare Standards in der Kommunikationsbranche. Keine einzelne Plattform und keine einzelne Organisation kann KI-basierte Informationsfindung allein definieren oder messen. Deshalb basiert diese Initiative bewusst auf internationaler Zusammenarbeit.“

Die Veröffentlichung der GEO Principles unterstreicht zugleich eine Entwicklung, die die Kommunikationsbranche zunehmend beschäftigt: Sichtbarkeit in KI-Systemen entwickelt sich von einer technologischen Fragestellung zu einer strategischen Reputations- und Kommunikationsaufgabe.

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